Was ist wichtiger – mehr Zeit oder mehr Geld? Und was macht glücklicher? Diese Fragen bewegen mich seit längerem. In vielen Gesprächsrunden habe ich nach Antworten gesucht – aber kein eindeutiges Ergebnis erhalten. Es scheint nicht so einfach zu sein. Zum Glück gibt es ja Forscher. Und ich habe auch ein Team gefunden, das sich mit meiner Fragestellung im letzten Jahr intensiv befasst hat. Mit intensiv meine ich, dass sie 4.600 Menschen in Nordamerika dazu befragt und getestet haben.

Na, bist Du auch neugierig auf das Ergebnis?

Dann frage Dich bitte zunächst einmal selbst, ob Du eine teuere Wohnung in der Nähe zu Deinem Arbeitsplatz oder eine günstige Wohnung mit einer längeren Anfahrt bevorzugen würdest? Oder ob Du eine Putzhilfe privat einstellen würdest, um mehr Zeit für Dein Hobby zu haben? Würdest Du lieber bezahlte Überstunden machen oder pünktlich die Arbeit beenden? Jedesmal tauscht Du Zeit gegen Geld. Wie hast Du Dich entschieden?

Nicht jeder kann sich frei entscheiden, wenn die maue finanzielle Situation einem keine Wahl läßt. Essen und Schlafen müssen schon bezahlt werden. Aber wenn man etwas besser dasteht, dann kann man entscheiden.

Wenn wir Menschen begleiten auf ihrer Entdeckungsreise zu ihren Big Five for Life, dann fragen wir auch, was sie tun würden, wenn sie unbegrenzte finanzielle Mittel hätten und alternativ, wenn sie über ihre Zeit frei verfügen könnten. Meine Beobachtung: Je nach Persönlichkeit öffnen sich dann die „Wunschlisten“ beim Geld oder bei der Zeit spontaner. Die Menschen scheinen also unterschiedlich zu sein.

Die Studienergebnisse

Etwa jeweils die Hälfte der Teilnehmer präferieren eher das Geld – also freuen sich über ihre tolle Gehaltsabrechnung – oder ihre freiverfügbare Zeit – also genießen in Ruhe ihren freien Nachmittag beim Sport. Und diese Quote ist unabhängig vom Geschlecht und der Einkommenshöhe. Es stellte sich nur heraus, das mit zunehmendem Alter, die Zeit wichtiger wird. Mit dem Lebensalter nimmt der Wunsch zu, seine Zeit mit etwas Sinnhaften zu verbringen und eben nicht nur mit dem Geldverdienen.

Das ist die eine Dimension der Studienergebnisse, die Präferenzen. Es wurde aber auch das Glück gemessen, dass die Menschen subjektiv empfinden, wenn Sie mehr Geld oder mehr Zeit haben. Und da siegte die Zeit. Also mehr eigene Zeit macht glücklicher als mehr Geld auf dem Konto.

… und das hat John dazu geschrieben:

„Unsere gesellschaftliche Beurteilung von Erfolg und Glück ist oftmals verbunden, wie viel Geld wir haben oder was wir besitzen. Als ich um die Welt gereist bin, habe ich viele verschiedene Menschen kennengelernt – welche mit Tonnen von Geld und andere, die nichts besaßen.

Was sie mich gelehrt haben, ist das die einzige Währung, die zählt nicht das Geld ist. Es sind die Minuten. Wohlhabend zu sein ist weder gut noch schlecht. Dies garantiert nicht, dass du glücklich oder unglücklich bist. Das Gleiche gilt für das Armsein. Ich war verwundert. Egal ob ich in den reichsten Gegenden der Welt war oder in den ärmsten, überall waren Menschen die lachten und Menschen die finster dreinblickten.

Das Eine was bei allen gleich war, die lächelten und glücklich waren, war ihr Lebensstil. Sie hatten sich entschieden, ihr Leben so zu leben, dass sie viele Minuten an jedem Tag mit Dingen verbrachten, die in Übereinstimmung mit ihrem Zweck der Existenz waren. Mit den Wünschen ihres Herzens.“

Auszug aus dem Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“