Eines meiner Big Five for Life ist es, eine Zeitung „Nur Gute Nachrichten“ herauszugeben. Aktuell habe ich nicht so viel Zeit und Energie dafür, um dieses Projekt konkret weiter zu führen. Solche Phasen kennst Du sicherlich auch. Aber das Thema begleitet mich immer.  So habe ich auch ein Interview mit Jochen Wegner gefunden. Er ist Chefredakteur von Zeit Online und hatte im letzten Jahr ein Interview mit der TAZ. Hier die für mich entscheidende Passage:

Warum wollen Sie unbedingt das Positive herausstellen? Warum akzeptieren Sie nicht einfach Ihre Rolle als Überbringer schlechter Nachrichten?

Das ist ja nun nicht unsere gottgegebene Rolle. Wir nehmen uns auch nicht aktiv vor, schlechte Nachrichten zu produzieren. Aber vielleicht sind Journalisten durch ihre Ausbildung so geprägt, vielleicht erscheint uns Gutes langweilig, wir suchen lieber nach Missständen. Und auch die Leser sind darauf trainiert, Schlechtes interessanter zu finden – zumindest denken wir das, vielleicht ist es ein veraltetes Klischee.

Da frage ich mich doch wirklich, stimmt diese Annahme? Sind wir – die Zeitungsleser – darauf trainiert, Schlechtes interessanter zu finden als Gutes? Ich habe einen interessanten Emailverkehr mit dem Nachrichtenchef beim NDR-Rundfunk gehabt. Damals habe ich nachgefragt, warum eine gruselige Geschichte, die in Höxter/Westfalen passiert war, in den regionalen Hörfunknachrichten für Hamburg den ersten Nachrichtenplatz einschließlich einer Einblendung zu einem Journalisten vor Ort  bekommen hatte. Die Antwort hat mich damals ebenfalls an den Nachrichtenmachern zweifeln lassen. Die Antwort war nämlich: Da alle überregionalen Medien diese Nachricht gebracht haben, sprechen auch viele Hamburger darüber. Und da viele hier in Hamburg darüber sprechen, bringen wir die Nachricht auch (nochmal) im Regionalprogramm.

Aufgrund vieler Rückmeldungen zu meinen Plänen für die Zeitung „Nur Gute Nachrichten“ weiß ich zumindest, dass es ganz viele Menschen gibt, die von schlechten Nachrichten die Nase voll haben. Sie haben eine Entscheidung getroffen: Sie boykottieren die üblichen Nachrichtensendungen und Zeitungen.

Man muss nicht mit schlechten Nachrichten und Unglücken, die irgendwo auf der Welt geschehen, sein Leben belasten. Ich habe mich entschieden, lieber über die Dinge zu sprechen, die bei den Menschen ein Lächeln und positive Gedanken auslösen. …und dann bleibt mir ja noch das Zeitungsprojekt „Nur Gute Nachrichten“