Wir sind von Natur aus so programmiert, dass wir alle eine mehr oder weniger große Aufmerksamkeit auf das Negative richten. Das war evolutionär von der Natur auch  sehr gut geplant. Einmal zu wenig achtsam zu sein konnte letztlich für jeden unserer Vorfahren in Zeiten der Neandertaler bis mindestens ins Mittelalter das endgültige „Aus“ bedeuten. Heute sind die Zeiten etwas weniger „rau“, und diese Programmierung ist nicht mehr wirklich hilfreich. Was passiert wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf das Positive richten?

Dankbarkeit wirkt!

Wir wissen heute, dass die Wirkung von Dankbarkeit sogar im Gehirnscan sichtbar gemacht werden kann. Menschen, die dankbar sind, sind optimistischer, leiden weniger unter Angst und Neid, sind seltener wütend, und Dankbarkeit schützt unser Herz und fördert die Herzgesundheit.*

Übung macht den Meister! Training wirkt!

Wie kann ich nun meinen Dankbarkeitsmuskel trainieren, und wo finde ich diesen Muskel denn überhaupt? Den Dankbarkeitsmuskel gibt es natürlich nur im übertragenen Sinn. Wenn ich aufmerksam und achtsam bin und Situationen, in denen ich dankbar sein kann, auch wirklich bewusst erlebe, dann trainiere ich diese Fähigkeit und damit im übertragenen Sinne diesen Muskel. Eine gute Möglichkeit, meine Aufmerksamkeit ganz bewusst und regelmäßig auf diese Situationen zu lenken, ist das Führen eines Dankbarkeitsbuches.

Aufmerksamkeit wirkt!

Jeden Tag, am besten abends vor dem Schlafengehen oder morgens direkt nach dem Aufwachen, erfasse ich die Momente des Tages oder des Vortages, für die ich dankbar bin und notiere diese Begebenheiten in einem Buch. Mit ein wenig Übung werde ich mehr und mehr Momente entdecken, für die ich dankbar bin. Ich trainiere meine Aufmerksamkeit, denn mit der Zeit werde ich immer mehr Dinge erkennen, für die ich Dankbarkeit empfinden kann. Kleine Kinder sprudeln häufig nur so über von Begebenheiten, für die sie dankbar sind, wenn sie am Abend beim Zubettgehen danach gefragt werden.

Kinder sind ein wundervolles Vorbild!

Als unsere Kinder kleiner waren und noch bei uns zu Hause lebten, hat sich die Familie regelmäßig bei dem Kind versammelt das als erstes zu Bett ging. In der Form eines Abendgebetes trug jedes Kind etwas vor, für das es dankbar war, etwas was ihm an diesem Tag Freude bereitet hat und für was es Gott danken wollte. Die Kinder haben so ihre Aufmerksamkeit geschärft  und  die Wirkung von Achtsamkeit kennen- und spüren gelernt. Ein Dankbarkeitsbuch ist auch eine solche ritualisierte Form. Diese Form hilft mir inne zu halten und Dankbarkeit zu fühlen, nachdem ich einen Moment erkannt habe, für den ich an diesem Tag dankbar sein kann. Dankbarkeit hat meist eine soziale Seite, und so bewirkt die Dankbarkeit, dass wir weniger Angst haben, sie macht uns Mut und vermeidet Neid.

Dankbarkeit folgt Achtsamkeit!

Je achtsamer wir werden, desto offener werden wir für die vielfältigen Eindrücke, die uns tagtäglich zu überfluten drohen, und wir können wählen. Achtsamkeit** hilft uns, das zu wählen, was uns gut tut und zu erkennen, wie gut es uns geht und dafür Dankbarkeit zu empfinden. „Genieße den Augenblick, solange er währt“*** sagt Ma Ma Gombe zum jungen Jack, als dieser sich um sein Leben bangend einigen Löwen gegenüber sieht. Genießen ist eine besondere Form der Dankbarkeit! Wofür bist Du dankbar? Was lässt Dich dankbar sein?

 

* Mehr dazu unter www.Spiegel.de/gesundheit/psychologie/dankbarkeit Wurzel für Gesundheit und Wohlbefinden

** mehr dazu: Jutta Vogt-Tegen, Achtsamkeit, Der Weg zur eigenen Wertschätzung;

*** aus „Safari des Lebens“ von John P. Strelecky, als Taschenbuch bei dtv und als Hörbuch erschienen in die HÖRBUCHEDITION 3,  gelesen von Tilo Maria Pfefferkorn, hier geht es zu unserem Shop