„Warum“ fragen kleine Kinder ihre Eltern wieder und wieder und nerven damit alle teilweise ziemlich. Diese kleinen „Quälgeister“ fragen uns aus ganz unterschiedlicher Perspektive. Manchmal ist es so als respektierten sie das von den Erwachsenen Gesagte nicht. Es kommt uns dann so vor als stellt man das von uns Gesagte in Frage. Für uns ist es klar warum wir dies und jenes gesagt haben. Für uns ist eine Frage nach dem „Warum“ oft eine Infragestellung unserer Kompetenz unserer Autorität oder ist es Euch nicht auch schon so gegangen,  dass diese Frage, egal ob von einem Kind oder von einem Partner gestellt, der Anstoß zu einer neuen Sichtweise und einem Perspektivwechsel war?

„Sehe ich mich heftigen Fragen nach dem „Wie“ und dem „Warum“ ausgesetzt, dann ist eine Möglichkeit damit umzugehen  innezuhalten und sich zu fragen, für was dies ein Signal sein könnte. Es könnte zum Beispiel sein, dass mir das Leben gerade signalisiert: „Schau doch mal nach Stellen wo Du noch Unsicherheit ausstrahlst“.  Diese Aufforderung führt zum Innehalten, zur Unterbrechung des Spiels „Aktion – Reaktion“. So verstanden kann die Beantwortung der Frage nach dem „Warum“  zu einer völlig neuen Antwort, einem völlig neuen Verständnis der Situation oder der Notwendigkeit führen. Sie ist, so gestellt, eine Hilfestellung für Deine Entwicklung, vielleicht sogar eine Befreiung.“ (siehe auch: „Warum passiert mir das?“)

Wenn ein Kind diese Frage stellt, ist sie in allererster Linie eine Frage nach Hilfestellung zur Findung einer eigenen Position. Es sucht „seine Perspektive“ und fragt damit auch welche Perspektive denn die Eltern einnehmen, denn für lange Jahre im Leben eines Kindes ist das „die Perspektive“. Es ist auch die Perspektive, die zu einem späteren Zeitpunkt der Fixpunkt zur Befreiung werden kann, an dem Widerstand geleistet werden wird und wo die eigene Persönlichkeit die Bühne betritt. „Das werde ich anders machen …“ ist noch eine der netteren Formulierungen.

Wenn Joe sich im neuen Buch, „Das Leben gestalten mit den Big Five for Life“, dem Perspektivwechsel zunächst verweigert, d.h. er weigert sich das Geschehene (den Tod von Thomas) überhaupt in seinem Leben anzunehmen, schlüpft er in Kapitel 33 dann die Opferrolle, durchlebt sie und kann dadurch erst erkennen welche Sichtweisen für ihn die Gegenwart und die Zukunft eröffnen.

Verweigere ich mich dem „Warum“, dann ergeht es mir wie Joe, ich werde gelebt, und das kann bedeuten ich werde immer wieder vom „Dunkel“ eingeholt oder mit einem anderen Bild verdeutlicht, ich lebe nicht das Prinzip der aufsteigenden Lebenskurve sondern bleibe im Bild der gleichbleibenden Lebenskurve verhaftet.

Das „Warum“ steht für den Perspektivwechsel, die Wendepunkte. Und die Big Five for Life für die Antriebskraft, die Lebenskurve auf immer neue Höhepunkte zu führen.