Das SINUS-Institut untersucht in mehrjährigen Abständen die Interessen und Lebensbilder von Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 17 Jahre wissenschaftlich. Vor kurzen wurden im Springer-Verlag die aktuellen Ergebnisse veröffentlicht.

Wenn ich die heutigen Jugendlichen mit meiner eigenen Entwicklung vergleiche, überraschen mich die aktuellen Veränderungen. Wenn Du Dir ein eigenes Bild machen möchtest, hier ein Auszug aus der Zusammenfassung der Studie:

Jugend und Wertewandel: Veränderungen seit 2012. 

Neo-Konventionalismus:

Es gibt immer weniger typisch jugendliche Abgrenzungsbemühungen gegenüber der Erwachsenenwelt. Es geht heute den wenigsten Jugendlichen darum, der Mainstream-Kultur der Erwachsenen eine eigene „Subkultur“ entgegen zu setzen. Der Wertekanon der Jugend ist nahezu derselbe wie bei den Erwachsenen und reflektiert die Vielfalt der Orientierungen und Lebensstile einer pluralisierten Gesellschaft. Im Vergleich zur Studie 2012 ist dabei wirklich neu, dass der Begriff „Mainstream“ heute kein Schimpfwort mehr ist. Im Gegenteil – er ist ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis und bei der Selbstbeschreibung. Diese positive Bezugnahme auf den Begriff kann als neue Sehnsucht nach Normalität interpretiert werden. Jugendliche wollen heute mehr noch als vor wenigen Jahren so sein „wie alle“. Dem entspricht auch eine generelle Anpassungsbereitschaft der Jugendlichen und ihre selbstverständliche Akzeptanz von Leistungsnormen und Sekundärtugenden. Dazu passt, dass insbesondere soziale Werte (Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Anpassungsbereitschaft, stabile Beziehungen) den heutigen Jugendlichen wichtig sind. Das deutet auf eine gewachsene Sehnsucht nach Aufgehoben- und Akzeptiertsein in einer Gemeinschaft, nach Geborgenheit und auch nach Halt und Orientierung in den zunehmend unübersichtlichen Verhältnissen einer globalisierten Welt hin.

Digitale Sättigung:

Die heute 14- bis 17-Jährigen sind in einer digitalen Welt groß geworden: Durchgehend online zu sein ist der Normalzustand, entsprechend selbstverständlich und unaufgeregt ist ihr Umgang mit digitalen Medien. Die bislang als jugendtypisch eingeordnete, bedingungslose Faszination ist der nüchternen Feststellung gewichen, dass heute „nun mal fast alles digital läuft“. Aus Perspektive der Jugendlichen ist der Höhepunkt der digitalen Durchdringung des eigenen Alltags bereits erreicht – mehr geht nicht. Vielmehr werden Wünsche nach Entschleunigung der technologischen Dynamik geäußert. Die digitale Zukunft wird nicht mehr als verlockendes Ver- sprechen, sondern als anspruchsvolle Aufgabe verstanden, die nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich bringt (z. B. Umgang mit der Privatsphäre bei gleichzeitigem Teilhabewunsch an sozialen Netzwerken). Jugendliche, insbesondere aus bildungsnahen Lebenswelten, sind überzeugt, dass der „richtige“ Umgang mit digitalen Medien Kompetenzen erfordert und dass man diese lernen muss – dazu gehört nicht nur die Nutzung von Geräten, sondern auch die Souveränität, sie ausschalten zu können.

Mein Fazit

Es ist schade, dass der Mainstream soviel Bedeutung für unsere jungen Menschen hat. Warum Schade? Schau einfach mal dieses kurzes Video von Vera Birkenbihl zu „Normal & Erziehung“ an. Warum können wir nicht unser frühes Potenzial in spätere Lebensabschnitte retten, sondern müssen uns anpassen und uns kleiner machen?