„Linksseititis“  – Worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das wächst.

Jeder Autofahrer lernt bei einem Fahrertraining, dort hin zu schauen wo er hin will und nicht dorthin wo er nicht hinwill. Wird ein Autofahrer aus einer Kurve getragen und schaut wie gebannt auf die auf ihn zurasenden Bäume, dorthin wo er nicht hin will, anstatt auf die Lücke zwischen den Bäumen, dann wird er sehr wahrscheinlich auch ganz unbewusst  auf dieses Ziel, in diesem Fall die Bäume, hinsteuern, denn so ist nun einmal die Verschaltung in unserem Gehirn. Wir schauen auf den Gefahrenort.

Wer diese Situation, sei es im Training oder in der Realität, einmal erlebt hat, weiß wie schwer es fällt, nicht wie gebannt auf die Gefahr sondern auf die „Lücke/Möglichkeit/Chance“ zu schauen.

Der Baum ist vergleichbar mit der linken Seite, K + A, und die Lücke, die Chance ist vergleichbar mit dem O.

K + A < O
K sind die Kosten; A ist der Aufwand; O ist der Output;

Diese einfache Formel verwendet Thomas Derale, um Joe Pogrete zu erläutern, „dass die meisten Entscheidungen im Leben auf einfacher Mathematik basieren“ (Wer dies noch einmal  nachlesen möchte: The Big Five for Life, Kapitel 17, S. 103/104)

Wenn wir uns nur auf die linke Seite der Formel konzentrieren, beginnen wir unter „Linksseititis“ zu leiden, da wir uns auf die Faktoren Kosten und Aufwand konzentrieren. Das kann zeitweise sehr gut und notwendig sein. Wenn wir jedoch ausschließlich diese Faktoren im Auge haben und den Output, den Ertrag, aus dem Auge verlieren, dann hat das Folgen, die wir wahrscheinlich häufig gar nicht wahr haben wollen.

Stellen wir uns vor, die Linke Seite wird immer kleiner, d.h. Kosten und Aufwand werden immer geringer, dann kann das ein Erfolg sein, wenn der Output zumindest gleich bleibt. Häufig wird aber genau das nicht geschehen, denn auch der Output wird zurückgehen. Das kann eine ganze Weile sogar von Vorteil sein, denn wenn die linke Seite stärker sinkt als die rechte, dann wird das absolute Ergebnis eine ganze Zeit lang sogar ansteigen.

Denken wir diesen Prozess aber zu Ende, dann bemerken wir, dass wir bei einer Reduktion der linken Seite auf „O“, zumindest im normalen Leben, auf der rechten Seite über kurz oder lang auch eine „O“ stehen haben werden. Wenn wir uns also im Extremfall richtig erfolgreich mit der linken Seite beschäftigen und sie gegen „O“ führen, dann werden wir keinen Output mehr haben. Der Volksmund bemerkt dazu ganz richtig, „von nichts kommt nichts“. Wenn wir uns dagegen mit der rechten Seite beschäftigen und dafür Sorge tragen, dass diese immer gewichtiger ist als die linke Seite, kann das Unternehmen wachsen.

Verbinden wir diese, zugegebenermaßen relativ theoretische, Überlegung von K + A < O mit dem Konzept der aufsteigenden Lebenskurve, dann stellen wir fest, dass wir in Phasen des Abschwungs einen starken relativen Anstieg von K und/oder A haben. Konzentrieren wir uns nun ausschließlich auf diese Faktoren, dann beschleunigen wir diese Entwicklung. Wenn wir uns aber in einer solchen Situation mehr von dem Output und der Frage wie wir einen steigenden Output erreichen leiten lassen, dann werden wir zwar einen Abfall erleben, dieser ist aber eher ein Weckruf, auf das O und nicht auf die linke Seite zu schauen.

Bei der aufsteigenden Lebenskurve entspricht das O der Erfüllung der Herzenswünsche. Die Konzentration auf die Herzenswünsche und deren Erfüllung  führt dazu, dass die Up‘s nicht nur immer wieder die Down’s ausgleichen, sondern dass die Up‘s immer neue Höhen erklimmen. Die Lebenskurve steigt in diesem Fall an.

Wer seine Big Five for Life kennt weiß, auf was er seine Aufmerksamkeit richtet. Es sind die Up‘s, die erfüllten Herzenswünsche, die die Lebenskurve ansteigen lassen. Es ist die Aufmerksamkeit, die auf das Ziel gerichtet wird und nicht auf das wo wir auf gar keinen Fall hin wollen, die unser „O“ vergrößert.

Die Notwendigkeit und die Wirkung der Down’s sind nicht zu unterschätzen. Sie sind wichtig, denn sie sind es, die uns zu einer erneuten Fokussierung auf das was uns wirklich, wirklich wichtig ist verhelfen. Down‘s sind also nicht einfach nur negativ, sondern ein wichtiger Teil der aufsteigenden Lebenskurve. Sie helfen uns bei der Fragestellung: Wo liegt unser Fokus?