In einem meiner Big Five geht es um den Wunsch, als Frau alleine mit einem Wohnmobil unterwegs zu sein. Vor ca. drei Jahren, im Alter von 50 Jahren, fing ich eine Ausbildung zur spirituellen Lebensberaterin an und im Verlauf dieser Ausbildung wurde die Sehnsucht loszuziehen immer grösser. Wenn ich auf meinen Kollegen- und Familienkreis gehört und mir deren viele Ängste und Einwände zu eigen gemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich nie aus meiner Komfortzone gekrochen. Und diese Zone war komfortabel, ein eigenes kleines Häuschen und ein gut bezahlter Teilzeitjob. Was will „man“ noch mehr – eine wohlbekannte Aussage, welche aus Angst vor Veränderungen und dem Aufgeben von Scheinsicherheiten kreiert wurde. Aber da ich weder „man“ noch speziell ängstlich bin und eben mehr möchte, wagte ich anfangs 2017 den grossen Schritt. Ich verkaufte mein Haus, verschenkte fast mein ganzes Hab und Gut dem jungen Käufer meines Hauses und kündigte meinen Job. Mit dem Gewinn aus dem Hausverkauf  schaffte ich mir eine kleines Wohnmobil an und fuhr am 4. April 2017 los.

Die ersten paar Tage fühlten sich nicht einfach nur gut an. Nach der ersten kalten Nacht unter mehreren Schichten von Decken, fragte ich mich schon, was ich hier eigentlich so ganz alleine tue. Aber dieses Gefühl wich sehr schnell einem anderen, einem Gefühl von Freiheit, von Unabhängigkeit und noch viel besser, dem Gefühl, das Richtige zu tun. Mir hat mal jemand gesagt, dass Reisen keine Berufung sei, da bin ich mir aber nicht ganz sicher. Bei mir gehört diese Reise ganz bestimmt zu meiner Berufung und vor allem zu meinen Big Five for Life.  Unterwegs durfte ich vielen Menschen mit meinem Beispiel Mut machen und einige wagten aufgrund von meiner Geschichte auch den Sprung in etwas Neues, in eine neue, vielleicht auch unbekannte, aber bestimmt glücklichere Zukunft.

Vertrauen in mich selber und in ein grosses Unbekanntes half mir während meiner ganzen Reise. Mir und meinem Fahrzeug ist während diesen ganzen Monaten nichts passiert. Ich wurde weder ausgeraubt, noch belästigt, hatte keinerlei Pannen und war, ausser einer Erkältung, immer gesund.

Natürlich durfte ich einige Abenteuer erleben, aber genau diese bestätigten mich darin, dass ich alles, auch als Frau und auch alleine bewältigen kann und dabei noch Freude empfinde. So fühlt sich der Tanz des Lebens an und ich werde nach der Winterpause, im Frühling 2018, noch einmal einsteigen und für einige Monate losziehen.

In all den Monaten alleine unterwegs, wurden mir auch meine Big Five for Live bewusst. Zwei warten noch auf ihre Erfüllung und ich bin mir ganz sicher, dass es mir gelingt und ich eines Tages glücklich und erfüllt meinen Körper verlassen werde, ohne irgend etwas zu bereuen.

Ich bin ein Mut – Macher und es würde mich freuen, wenn aufgrund meiner Geschichte viele Menschen aufstehen, losziehen und sich an die Erfüllung ihrer Big Five heranwagen. Viel Glück und viel Liebe euch allen

Corinne

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