„Wer bin ich und wo will ich hin?“ das wusste ich 2016 auf einmal selbst nicht mehr … wie es dazu kam und wo ich heute stehe, das erzähle ich Euch im Folgenden:

Nach einem mit sehr gut abgeschlossenen BWL-Studium, bei dem ich zu den besten 5% meines Jahrgangs zählte, landete ich 2012 für meinen ersten Job in einer international tätigen Unternehmensberatung. Der „Traum“, auf den ich so viele Jahre hart hingearbeitet habe, schien endlich in Erfüllung zu gehen. Herausfordernde Projekte bei vielfältigen Kunden aus unterschiedlichen Branchen sind die üblichen Gründe warum die meisten BWL-Absolventen – so auch ich – sich für den Einstieg in die Unternehmensberatung entscheiden.

Ich hatte Glück und in der Beratung, in der ich als Consultant tätig war, waren die Projekte und Kunden tatsächlich so spannend wie erhofft. Auch herrschte ein fast freundschaftlich-familiäres Miteinander unter den Kollegen und sogar Work-Life-Balance war in dieser Firma nicht nur ein Buzzword sondern gelebte Realität. Also eigentlich wie ein 6er im Lotto in der Unternehmens-beratungsbranche, denn von Ellenbogenmentalität oder 60-Stunden-Wochen keine Spur. Und dennoch verging Jahr um Jahr und ich wurde unzufriedener und unzufriedener, ohne genau zu wissen warum, denn ich hatte doch meinen „Traumjob“ erreicht – oder etwa doch nicht?

Mit zunehmender Unzufriedenheit befasst ich mich mehr und mehr mit mir selbst, um herauszufinden, was falsch gelaufen ist oder was mit mir falsch war, dass ich trotz „Traumjob“ nicht glücklich sein konnte.

Im Nachhinein ist mir nun vieles klarer: Ich wollte schon immer einen Job, bei dem es um „den Menschen“ geht und bei dem der Menschen im Mittelpunkt steht. Und dennoch habe ich immer wenn es in meinem Leben darum ging eine Entscheidung bezüglich meines weiteren Berufswegs zu treffen, gegen diesen Wunsch und gegen meine eigene Intuition entschieden. Meinen Impuls nach dem Abitur Psychologie zu studieren, kehrte ich rasch unter den Teppich mit dem Argument, dass es besser wäre etwas Bodenständiges wie BWL zu studieren. Bereits nach dem 2. Semester in BWL merkte ich allerdings, dass die Inhalte des Studiums mich nicht wirklich interessierten. Da ich aber gelernt habe, dass „was man einmal beginnt, bringt man auch zu Ende“, machte ich weiter.

Auch dem Impuls, mich im Hauptstudium im Bereich Personalwesen zu vertiefen, kehrte ich rasch den Rücken zu mit dem Argument, dass es besser wäre etwas Anständiges wie Dienst-leistungs- und Produktionsmanagement zu wählen. Und so machte ich weiter und weiter bis ich eben in dem oben genannten „Traumjob“ landete. Ich arbeitete zwar „mit Menschen“, aber in der Unternehmensberatung steht in der Regel natürlich nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern es geht darum, Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und Umsätze zu steigern.

Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag – denn für mich bedeutete dies zum damaligen Zeitpunkt, dass die letzten 10 Jahre meines Lebens „wertlos“ waren und ich sie in eine Ausbildung gesteckt und in einen Job investiert habe, die nicht dem entspricht was ich eigentlich will. Die Unzufriedenheit nahm durch diese Erkenntnis nur noch mehr zu und gipfelte darin, dass ich nicht nur an meinem Beruf zweifelte, sondern auch an mir uns an allem um mich herum. Der Arbeitsalltag wurde dadurch unerträglich sinnlos und auch sonst schien nichts mehr einen Sinn zu haben: Oberflächliche Gespräche mit meinen Mitmenschen hielt ich kaum noch aus und all die Belanglosigkeiten, mit denen sich meine Mitmenschen tagtäglich beschäftigten (Stau auf der A9, schlechtes Wetter, nervige Nachbarn etc.), machten mich fast schon aggressiv. „Das machte doch alles keinen Sinn mehr!“, dachte ich. Aber was ist eigentlich der Sinn des Lebens – meines Lebens?

Um mich dieser Frage zu widmen nahm ich zunächst 2016 ein halbjähriges Sabbatical. Ich verbrachte 3 Monate in Nicaragua – einem der ärmsten Länder Zentralamerikas – um dort bei einer Gastfamilie zu leben und als Voluntärin in einer Einrichtung für benachteiligte Kinder aus den Barrios von Granada zu arbeiten. Anschließend reiste ich weitere 3 Monate mit meinem Rucksack durch Costa Rica, Panama, Ecuador und Kolumbien. In dieser Zeit konnte ich endlich wieder zurück zu mir selbst finden – fernab von Leistungsdruck und gesellschaftlichen Zwängen, die ich mir Großteils sicherlich selbst auferlegt habe.

Hier in Nicaragua musste ich niemand sein, sondern war einfach wer ich bin. Mein Abschluss und meine Berufserfahrung waren hier kaum nützlich, denn in der Arbeit mit den Kindern ging es nicht darum Dinge zu optimieren. Es ging einfach nur darum „da zu sein“ im Hier und Jetzt und das bestmögliche aus jeder einzelnen Situation zu machen. Das war für mich häufig sehr herausfordernd, denn ich war es schon lange nicht mehr gewohnt einfach nur „als Mensch genug zu sein“ und nicht irgendeinem Standard oder Bild von mir selbst entsprechen zu müssen. Aber so herausfordernd es auch war, so befreiend war es auch, denn dort in Nicaragua und auch auf meiner weiteren Reise, war ich nie die erfolgreiche Unternehmensberaterin, sondern ganz einfach nur ich selbst: Nina!

Und das änderte plötzlich alles: Denn nach meiner Rückkehr aus dem Sabbatical in 2017 war glasklar, dass ich nicht mehr bereit bin meine eigenen Impulse nochmal zu verdrängen oder meine eigenen Wünsche zurückzustellen. ABER: Was sind eigentlich meine Herzenswünsche und was ist mein Zweck der Existenz?

Auf der Suche nach meinen Big Five for Life halfen mir die Bücher von John Strelecky, aber vor allem die anschließenden Seminare bei John Strelecky & Friends veränderten schließlich mein Leben. Was ich alleine vorher nicht geschafft habe, war unter der Anleitung in den Seminaren (vom Intro, über das Discovery bis hin zum DO-IT!-Seminar) ganz einfach möglich: Endlich konnte ich meine Herzenswünsche (wieder-)finden, herausfinden was ich WIRKLICH will, und meinen Zweck der Existenz benennen. Es fühlte sich plötzlich alles so stimmig und ich fühlte mich so befreit, als ich endlich meine Big Five for Life (wieder-)gefunden hatte, hatte ich sie doch so lange Jahre verdrängt.

Ich bin dabei der Überzeugung, dass unsere Big Five for Life und unser Zweck der Existenz uns ab Kindesbeinen begleiten, sie im Laufe des Lebens aber „verschüttet“ werden durch unser Erziehung, gesellschaftliche Normen, wirtschaftliche Verpflichtungen und Erwartungen anderer an uns selbst. Die Seminare haben wir dabei geholfen meine Big 5 wieder zu Tage zu fördern und ab sofort mein Leben konsequent daran auszurichten.

Was das genau bedeutet: Nach dem Sabbatical und den Seminaren bei John Strelecky & Friends ging ich zwar in meinen alten Job zurück, aber nur zu meinen Konditionen! Ich arbeitete ab sofort nur noch 80% in der Unternehmensberatung und startete noch im gleichen Jahr eine mehrjährige Ausbildung zum Coach, Supervisor und Mediator, finanziert von meinem Arbeitgeber.

Das ist nun bereits mehr als 2 Jahre her und ich habe diese Entscheidung noch keinen einzigen Tag in meinem Leben bereut. Denn mittlerweile arbeite ich nebenberuflich als Coach und Supervisor und habe mir somit nun einen Job geschaffen, bei dem ich eines meiner wichtigsten Big Five for Life („Coaching: Ich möchte als Business & Life Coach ein Katalysator für positive Veränderung sein und damit andere Menschen inspirieren und motivieren. Herauszufinden, was sie wirklich vom Leben wollen, um dies dann auch in die Tat umzusetzen.“) und vor allem meinen Zweck der Existenz („ZdE: Meine Leidenschaft ist der Mensch. Ich will Menschen in ihrem innersten Kern verstehen und Menschen zu ihrem innersten Kern begleiten.“) leben kann! Das ist die Geschichte meiner Big Five for Life – was ist Deine?

Liebe Grüße Nina

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