Das Zitat „Wir müssen wissen, wer wir selbst sind, bevor wir uns um andere kümmern“, stammt von dem amerikanischen Philosoph Robert Waldo Emerson. Das ist eine interessante Aussage. Um für jemand anders da zu sein, müssen wir erst einmal wissen, wer wir selbst sind. Vielleicht steckt hinter diesem Gedanken aber noch etwas mehr. Es gilt nicht nur für unsere Beziehungen zu Anderen, es ist auch ein Konzept für unseren persönlichen Erfolg. Müssen wir uns erst selbst finden, bevor wir tatsächlich wir selber sein können?

Hast Du Dir für Dich selbst jemals ein anderes Leben vorgestellt? Träumst Du von einer Zeit, in der Du eine andere berufliche Laufbahn einschlägst, mehr Freiheiten hast, größeren Reichtum oder eine bessere Partnerschaft? Hast Du Dir in Gedanken jemals ausgemalt, wie Du glücklicher und zufriedener sein kannst um ein erfülltes Leben zu haben?

In bestimmten Abschnitten ihres Lebens haben viele Menschen solche Vorstellungen oder Träume. Manche sind fähig, für diese Träume aktiv zu werden und sie in die Realität umzuset-zen. Wie machen sie das? Wie schaffen sie es, sich selbst zu finden und wirklich authentisch zu sein? Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass sie ihren eigenen Erfolg nicht unterdrücken.

Bereitet es Dir Schwierigkeiten, Deine Träume zu verwirklichen? Besteht das Leben, das Du Dir wünschst, nur in Deiner Vorstellung? Wenn die Antwort „ja“ ist oder „JA“, bist Du vielleicht selbst Deine größte Herausforderung. Vielleicht sabotierst Du Dich ja selbst.

Wenn das so ist, nimm es nicht schwer. Mit den vier nachstehend aufgeführten Schritten, kannst Du lernen, Niederlagen in Erfolge umzuwandeln.

Schritt #1: Schau in die Vergangenheit

Geh in Deinem Gedächtnis etwa 3-5 Jahre zurück und finde Deine zehn wichtigsten Erfolgs- ziele heraus, die Du erreichen wolltest, jedoch nicht bewältigt hast. Schreib sie auf. Notiere, was es für ein Ziel war, warum Du es erreichen wolltest, welche Schritte Du versucht und voll- bracht hast und was verhindert hat, dass Du erfolgreich warst. Sei so ehrlich wie möglich zu Dir selbst. Bedenke, dass Du das für Dich selber tust. Hier ist ein Beispiel, wie das für Dich aussehen kann:

Mein Erfolgsziel: Ich finde einen anderen Arbeitsplatz, der mir mehr Freude macht. Warum wollte ich dieses Ziel erreichen? Mein derzeitiger Job hat mich nicht gefordert, ich mochte meinen Chef nicht und ich hatte das Gefühl, dass meine Karriere nicht vorwärts kommt. Welche Schritte unternahm ich, um dieses Ziel zu erreichen?

Ich sprach mit meinen Freunden darüber und schaute mehrmals die Zeitungen nach Stel- lenanzeigen durch. Was verhinderte, dass ich mein Ziel erreichte? Ich hatte keinen unmittelbaren Erfolg mit meinen Anstrengungen, und so verlor ich das Interesse.

Wenn Du Dich mit der Antwort auf die Frage: „Was verhinderte, dass ich mein Ziel erreichte?“ beschäftigst, nutze den „5- Warum-Fragen-Test“, um ein wenig tiefer mit den Antworten in Dein Denken vorzudringen. Wie in dem oben stehenden Beispiel beschrieben, fragst Du Dich zum Beispiel: „Warum verlor ich das Interesse, als ich keinen sofortigen Erfolg verspürte?“ Fahre fort damit „warum?“ zu fragen, bis Du zu den dahinter liegenden Gründen kommst. Normalerweise brauchst Du dafür fünf oder sechs Wiederholungen.

Schritt #2: Finde Deine Muster

Wenn Du alle Informationen niedergeschrieben hast, schau nach Mustern, die sich durch Deine 10 Bemühungen ziehen. Welche vertrauten Verhaltensweisen tauchten auf, als Du an die Verwirklichung Deiner Ziele gingst? Zu welchem Zeitpunkt erschien Dir Dein Ziel unerreichbar oder nicht länger wert, es zu verfolgen? Finde heraus, welche Hauptthemen es gibt, die sich in Deinen 10 Antworten wiederfinden. Schreib auf, was Du entdeckst.

Schritt #3: Finde den Grund für die Muster

Der spanische Philosoph George Santayana ist bekannt für seinen Ausspruch: „Diejenigen, die nicht aus der Geschichte lernen, sind verdammt sie zu wiederholen.“ Diese Aussage ist ebenso auf das eigene Leben anwendbar. Wenn ich herausfinde, warum ich etwas auf eine bestimmte Art tue und es ändern möchte, ist es lebensnotwendig, den Grund dafür zu kennen.

Suche Dir einen Platz, wo Du alleine bist, nicht gestört oder anderweitig abgelenkt wirst. Suche nach den Mustern, die Du in Schritt 2 herausgefunden hast. Wie sind sie zustande gekommen? Denk an die Begegnungen, an die Menschen oder an Erlebnisse, die in Dein Leben gekommen sind. Was davon machte Eindruck auf Dich und ist wahrscheinlich auch heute noch so prägend, dass es die Art und Weise Deines Handelns beeinflusst.

Hat in deiner Kindheit jemand etwas geäußert, das von da ab die Art und Weise verändert hat, wie Du Dich selbst siehst? Verhältst Du Dich so wie es Deine Eltern taten? Hast Du in Deinem Leben Vorfälle beobachtet, die Deine Reaktion in bestimmten Situationen beeinflussen? Gibt es Ängste, die auftauchen wenn du versuchst, Deine Ziele zu erreichen? Gab es bestimmte Vorfälle mit Deinem Chef oder Mitarbeitern, die Dich verletzt haben?

Stell Dich auf Überraschungen ein, während Du diese Überlegungen anstellst. Viele von uns haben oft nicht die Zeit, sich in einem geschützten Raum mit ihren Gedanken zu befassen. Das mag Dir anfangs etwas ungewohnt vorkommen. Mach einfach weiter, weil das Entwirren Deines „Lebens-Puzzles“ Dir wahrscheinlich einige große „AHA“- Momente bescheren wird. Sei bereit, Gründe für Deine Art des Handelns zu entdecken und die Faktoren herauszufinden, die möglicherweise der Grund dafür sind, dass Du Deinen eigenen Erfolg sabotierst.

Schreib einfach alles auf, was Du herausfindest. Fixiere Dich nicht darauf, es grammatikalisch korrekt aufzuschreiben oder einen sinnvollen Zusammenhang herzu- stellen. Im Gegenteil, notiere alles, was Dir in den Kopf kommt. Sobald Dir ein Gedanke in den Kopf schießt, schreibe ihn auf. Der Akt des Schreibens stimuliert Dein Gehirn und befähigt Dich, Deine wahren Emotionen und Sichtweisen zu entdecken. Notiere weiter alles, bis kein Gedanke mehr zu dem speziellen Muster kommen will. Dann verfahre genau so mit dem nächsten Muster.

Schritt #4: Wähle ein anderes Muster

Die gute Nachricht beim Entdecken von Mustern ist: Wenn Du verstanden hast, warum sie bestehen, ist es viel einfacher, sich für neue Handlungsweisen zu entscheiden. Du hast zum Beispiel herausgefunden, dass Dich bei Deiner Entscheidungsfindung oft Selbstkritik davon abhält, die Sache zu Ende zu bringen. Du steigst im letzten Moment aus. Aus Deinen Notizen und Entdeckungen in Schritt drei wurde Dir bewusst, dass dieses Verhalten in Deiner Kindheit begann, als ein Lehrer Dich vor der ganzen Klasse für eine Deiner Entscheidungen herabgesetzt hat.

Nun, da Dir die Ursache für Dein Verhalten beim Treffen von Entscheidungen bekannt ist, kannst Du die Situation ganz anders einschätzen. Damals warst Du ein Kind und heute als Erwachsener ist Dir bewusst, dass nicht Du als Schüler das Problem hattest, sondern der Lehrer in seiner Rolle als Pädagoge. Der Grund für eine Wiederholung Deines Reaktionsmusters ist aufgelöst. Du kannst Dir andere, neue Vorgehensweisen überlegen, die Deinen Erfolg unterstützen und ihn nicht zunichte machen.

Wenn Du Probleme damit hast, Dir anstelle der alten neue Verhaltensstrategien zuzulegen, beobachte Andere. Suche nach Menschen, die Ihren Erfolg auf die Art und Weise erzielen, wie Du es auch möchtest. Beobachte sie bei ihrem Verhalten in verschiedenen Situationen. Stelle ihnen Fragen darüber, was für ein spezielles Umfeld sie benötigen und wie sie sich in verschiedenen Situationen verhalten. Dann wähle die Muster, die Dir entgegenkommen aus, um den gleichen Weg zu beschreiten und das zu erreichen, was du möchtest.

Wir müssen uns erst selbst finden, bevor wir tatsächlich wir selber sein können. Finde die Muster in Deinem Leben heraus, die Dich davon abhalten, Deine Träume Realität werden zu lassen. Sei einfach Du selbst und verwandele Sabotage in Erfolg.

John Strelecky