„Sie haben sich aus den Augen verloren.“ Auweia! Ein Satz, der mich ins Innerste traf.

Die reine Wahrheit

Eine Wahrheit, die ich mir bislang nicht eingestanden hatte, die in meinem Dasein gar keine Berechtigung hatte und im Alltag zwischen Terminen und Pflichten unterging.

Ins Aus geschossen

Natürlich war da eine Stimme, die immer wieder anklopfte. Doch ich hatte keine Zeit inne zu halten und zu lauschen. Nach meiner Auffassung stand ich fest im Leben, probierte Neues aus und ging auch mal unkonventionelle Wege. So dachte ich.

Enge und Freiheit

Kurzum, ich war einerseits unangepasst und auf der anderen Seite genau das Gegenteil. So pendelte ich zwischen Enge und Freiheit, zwischen Autonomie und Beziehung hin und her. Im Klartext, entweder war ich unselbstständig oder selbstständig tätig, gemeinsam oder allein unterwegs. Rein in die Box und raus aus der Box. Teilweise kam ich mir wie eine Reisende zwischen den Welten vor. Denn nichts konnte ich richtig leben.

Gefühl der Scham

Ja, ich schämte mich. Vor allem vor mir selbst. Ich suchte Beständigkeit, Sicherheit und Verbundenheit. Gleichzeitig wurde ich meiner inneren Verletzlichkeit gewahr. Meiner hochsensiblen Fähigkeit mich und mein Leben, so wie ich es führte, zu erkennen. Endlich konnte ich dieses diffuse Gefühl, das mich schon lange begleitete, benennen.

Trennung von mir und der Welt

Das wurde mir so richtig bewusst, als ich mich im Spiegel ansah und mir klar wurde, dass mein Leben allem voran aus Pflichtprogrammen, Funktionieren und Kümmern (vor allem um andere) bestand. Ich kam dabei selten bis nie vor. Und das Schlimme, ich machte einfach weiter. Tag für Tag. Schließlich gab es die Familie, die Angehörigen, den Job, den Geburtstag zu organisieren. Heute weiß ich, dass ein sich nicht wirklich zu zeigen wie man ist und wie es in einem aussieht, ein häufig auftretendes Phänomen ist.

Mögliche und typische Trennungsgründe

Niemand ist eine Insel

Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, sind wir uns ähnlicher als wir meinen. Es ist völlig egal, welches Auto wir fahren, welche Kleidung wir tragen, was wir essen, wo und wie wir leben. Wir hängen zusammen und voneinander ab. Ständig sind wir auf der Suche nach Zufriedenheit und Glück, wollen nicht krank werden und sterben. Und doch können wir dem nicht entrinnen.

Das Beste für andere

Wir wollen das Beste für unsere Lieben und müssen doch oft zuschauen was Unschönes passiert. Es sind unsere Ängste, die Scham, die Verzweiflung und Hoffnung, die uns einholen, die wir mit uns ausmachen, die wir nicht nach außen geben, die uns manchmal schier auffressen.

Ohne Leid und Schmerz

Wir alle suchen eine Zeit ohne Leid und Schmerz und wollen dem entrinnen. Unser Ego spielt uns da oft einen Streich und sagt wo es lang geht, was zu tun und zu lassen ist, was sich gehört und was anerkannt ist.

Lebensaufteilung

Damit zerteilen wir das Leben in zwei Hälften, wie es sein sollte und wie und was es ist. Wenn ich einen anderen Job hätte, einen anderen Partner, wenn ich fitter wäre, wenn ich anders ausschauen würde …  Ja, dann wäre alles gut und ich wäre glücklich. Denken und glauben wir.

Die einzige Heilung – tiefe Verbundenheit

Prioritäten setzen

Die Aufmerksamkeit auf den Moment legen. Mit dem Menschen, der seine Zeit zur Verfügung stellt, verbunden zu sein und nicht mit anderen Nebenschauplätzen wie z.B. dem Handy.

Menschlich sein

Es sind das Lächeln, die kleinen Gesten, die wir im Alltag senden und empfangen. Die Wirkung ist sich lebendig und leicht zu fühlen. So einfach und ohne Anstrengung zu ermöglichen.

Ein funktionierendes System

Um Verbundenheit zu spüren, brauchen wir ein funktionierendes System, damit wir täglich für Essen sorgen können oder damit Dir geholfen wird, wenn Du krank bist oder einen Unfall hast.

Eigenliebe

Mit einem Wort ist es die Liebe zu sich selbst. Nein, nicht dieses liebe Dich selbst und alles ist gut. Vielmehr ist es die gütige und sanfte Zuwendung mit dem warmen Gefühl der Verbundenheit zu sich und anderen. Und so werden dieses „fahr vorsichtig“, „melde Dich, wenn Du da bist“, das Schlagen des Herzens, das Funktionieren der Lungen, zu kostbaren Geschenken.

Eine einfache Übung

Die sog. „Metta-Meditation“, einer Annäherung zu mehr Selbst-Mitgefühl, macht dies möglich. Du legst eine Hand auf dein Herz, hältst inne, atmest ruhig und denkst: „Ich bin glücklich und frei von Leid“ und  „Alle Lebewesen sind glücklich und frei von Leid.“ Wiederhole das Ganze ein paarmal . Am besten wendest Du diese Übung immer wieder an. Im Büro, beim Einkaufen, im Bus, in der Praxis. Ganz still für Dich, notfalls auch ohne Hand aufs Herz. Forscher fanden heraus, das sich bereits nach kurzer Zeit ein Gefühl von Verbundenheit zu sich und anderen einstellt, die Perspektive sich ändert, sich ein Zustand von Zufriedenheit einstellt und depressive Symptome abnehmen. Oder anders ausgedrückt: Die Seele kehrt heim und will gerne in uns wohnen.


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